Monday, November 20th, 2017
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Wir scheinen aus den Kriegen und Massakern nicht viel gelernt zu haben

#neverforgetsrebrenica Jährlich gedenken wir dem grausamen Massaker von Srebrenica, bei dem mehr als 8000, vorwiegend muslimische Männer, kaltblütig und systematisch hingerichtet wurden. Zu Recht. Die Verantwortlichen sollten jedes Jahr und bis an ihr Lebensende von der

Junger Überlebender nach Fassbombenanschlag in Aleppo

#neverforgetsrebrenica

Jährlich gedenken wir dem grausamen Massaker von Srebrenica, bei dem mehr als 8000, vorwiegend muslimische Männer, kaltblütig und systematisch hingerichtet wurden. Zu Recht. Die Verantwortlichen sollten jedes Jahr und bis an ihr Lebensende von der Weltgemeinschaft daran erinnert und dafür geächtet werden.

Neigen wir aber im Moment nicht dazu, Verbrechen erst dann richtig anzuprangern, wenn sie bereits geschehen sind? Wenn der Krieg und die Massaker vorüber und die Verantwortlichen geflohen oder gestorben sind?
(Anmerkung: Davon ausgenommen sind natürlich westliche Politiker, wie Blair und Bush, welche ohne Konsequenzen die Weltgemeinschaft belügen und Hunderttausende Iraker töten dürfen, während sie mit den politischen Folgen, wie die Entstehung des IS, nichts zu tun haben oder in irgendeiner Weise verantwortlich gemacht werden wollen. Jene dürfen nach solchen Kriegen, weil ja vermeintlich durch den demokratischen Rechtsstaat legitimiert, ihre schäbigen Machenschaften ungeniert fortführen.)

Will die Weltgemeinschaft Syrien erst vollständig ausbluten lassen, Bashar al-Assad mit seinen Verbündeten Iran und Russland ihre „Chance“ gewähren, jede und jeden aus der Luft zu massakrieren, welche vom Jahrzehnte andauernden Staatsterror des Assad-Clans genug hatten, ehe sie sich – falls Assad denn scheitert – eingestehen, dass es falsch war?
Und wie gestaltet sich auch folgendes Szenario:
Nehmen wir an, Assad schafft es, mit der Hilfe Russlands, des Iran und seinen Milizen den Aufstand blutig niederzuschlagen und dabei zahllosen weiteren Zivilisten das Leben zu nehmen: sitzen die europäischen, arabischen und amerikanischen Politiker mit ihm dann an einem Tisch und verhandeln Neuwahlen? So wie in Ägypten? Werden wir dann zukünftig auch den hunderttausenden toten Syrern auch an einem Jahrestag gedenken, während die Welt heute nur zusieht?
Wenn dem so ist, scheinen wir nicht viel aus den Kriegen und Massakern der Vergangenheit gelernt zu haben.

#neverforgetaleppo #aleppo #aleppoisburning #hypocrisy #wakeup #syria

 
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