Monday, September 25th, 2017
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Die Spielregeln gilt es zu respektieren?

Es ist vielleicht ein wenig weit her geholt, doch veranschaulicht das folgende Beispiel die Sinnlosigkeit in den Ideen einiger zeitgenössischer DenkerInnen über die Veränderung der Spielregeln eines Lebenssystems sehr eindringlich: Das Fussballspiel – wie jede andere

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Es ist vielleicht ein wenig weit her geholt, doch veranschaulicht das folgende Beispiel die Sinnlosigkeit in den Ideen einiger zeitgenössischer DenkerInnen über die Veränderung der Spielregeln eines Lebenssystems sehr eindringlich:

Das Fussballspiel – wie jede andere Sportart – hat seine Spielregeln. Diese bilden den Rahmen, in dem ein Spiel erst stattfinden kann. Damit es fair verläuft, kennen und halten sich alle Beteiligte an diese Regeln. Bei Verstössen reagieren die verantwortlichen Schiedsrichter und eine Strafe oder ein Verweis vom Spielfeld können die Folge sein. Diese Strafen garantieren, dass sich alle an die Spielregeln halten, dienen letztlich primär der Abschreckung und sollen damit verhindern, dass es überhaupt erst zu einem Regelverstoss kommt. Was passiert nun, wenn ein Spieler statt mit den Füssen, plötzlich anfängt mit den Händen zu spielen, mit der Begründung, er habe eben ein neues, persönliches Verständnis von Fussball entwickelt, gemäss dem Fussball eben mit den Händen mehr Sinn mache und wofür er auch einstehen möchte. Der Fussball, so wie alle anderen ihn kennen und spielen, sei veraltet und bedürfe einer Reformierung. Ein anderer wiederum empfiehlt statt der Verwendung eines Fussballs, die eines Tennisballs, denn so gewinne das Spiel an Spannung.
Beide erhielten doch die gelbe, bei weiteren Verstössen womöglich gar die rote Karte. Logisch. Es wäre doch auch irgendwie sinnlos, plötzlich die Spielregeln des Spiels verändern zu wollen oder gewisse Regeln anderer Spiele mit Fussball zu vermischen. Wenn der Spieler Hände bevorzugt, kann er ja Basketball spielen, denn nur, wenn sich alle Beteiligten innerhalb eines gesetzten Rahmens bewegen, kann das Spiel erst bestritten werden. Sonst handelt es sich ja nicht mehr um Fussball, oder etwa nicht?

Und obwohl wir uns in dieser Sache bezüglich eines Fussballspiels doch bei ernsthafter Betrachtung sicher alle einig sind, gibt es heute „moderne“ Muslime, die sich einen neuen, gemässigten, fortschrittlichen Islam wünschen – wie auch immer sich dieser dann konkret definiert – ,denn so wie der heute ist, gefällt er ihnen nicht. Wie man sich das vorstellt? Zunächst gilt es, „unliebsame“ Regeln zu streichen, Sanktionen – seinen sie nun auf das Diesseits oder auf das Jenseits ausgerichtet – ganz abzuschaffen und neue persönliche Regeln nach eigenem Gutdünken einzubringen. Gut, aber reden wir da eigentlich noch vom Islam? Genau wie andere Systeme, macht der Islam nur dann Sinn, wenn die Rahmenbedingungen festgesetzt und anschliessend von den Beteiligten anerkannt werden. Die Regeln gelten für alle und können nicht durch persönliche Wünsche eines Jeden ersetzt werden. Sie sind nicht veränderbar und stehen nicht zur Disposition. Wer damit nicht einverstanden ist, dem steht es frei, ein anderes Lebenssystem zu wählen oder gar selbst neu zu erfinden.
Nur: damit nicht länger von Islam gesprochen wird, wo kein Islam mehr ist, sollte die individuelle Kreativität dann doch bitte auch noch für einen neuen Namen ausreichen.

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