Monday, December 11th, 2017
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Der egoistische Feigling

Vor rund einem Monat fiel das Urteil gegen den Niederländer, der während des G20-Gipfels Polizisten mit Flaschen beschoss und gegen seine Festnahme Widerstand leistete: 31 Monate Haft. Begrüsst wurde der Randalierer von 50 applaudierenden Zuschauern, die

AFP PHOTO / dpa

Vor rund einem Monat fiel das Urteil gegen den Niederländer, der während des G20-Gipfels Polizisten mit Flaschen beschoss und gegen seine Festnahme Widerstand leistete: 31 Monate Haft.

Begrüsst wurde der Randalierer von 50 applaudierenden Zuschauern, die die vorangehende Medienhetze gegen den Niederländer und andere gewaltbereite G20 Rowdys wenig beeindruckte. Weder auf die Tat, noch auf das Urteil soll eingegangen werden. Interessant für uns sind die applaudierenden Unterstützer. Eine solche Solidarität ist bei vielen nichtmuslimsichen politischen Aktivisten zu beobachten. Die Frage, ob und in welchen Fällen wir Muslime für unsere Glaubensgeschwister Solidarität zeigen, dürfen wir uns ruhig mal stellen. Wenn wir heute auf die Situation der Muslime blicken, lässt sich Solidarität kaum bis gar nicht finden. Und damit ist nicht die Solidarität mit offensichtlich “gesetzeswidrigen” Bürger*innen, wie in diesem Fall, gemeint, sondern in Fällen, wo beispielsweise einer von uns durch die verlogene Lügenpresse in den Dreck gezogen wird. Wie so oft in letzter und aktueller Zeit. Wisst ihr, was dann bei uns passiert? Im Falle eines Hetzartikels prüfen wir kaum den Wahrheitsgehalt. Ohne jegliche Beweise glauben wir einfach mal Schmierkampagnen von Schrottblättern wie Blick und Co. Wir finden keine Entschuldigungen für unseren Bruder oder unsere Schwester, geschweige denn, dass wir uns solidarisch zeigen. Wir verraten ihn oder sie höchstwahrscheinlich, indem wir unsere Zusammenarbeit auflösen oder im klassischen Fall uns von der Person distanzieren. Oder der Organisation. Ohne jemals darüber zu reflektieren, ob denn irgendwas daran stimmt. Das tun wir wirklich gerne, wir kündigen jegliche Beziehung zu der Person, zu gross die Gefahr vom Gewinnverlust unserer eigenen Geschäfte und zu gross der Wunsch unseren eigenen Ruf retten zu wollen. Bis wann? Bis es uns dann selbst trifft. Jeden Einzelnen von uns. Klar. Dann ist es aber zu spät, denn kaum jemand springt mehr für dich ein, für dich, der du bei allen anderen die Ohren, Augen und das Mund geschlossen hast. Wie ein egoistischer Feigling, der sich für niemand anderen die Finger krümmt, ausser für sich selbst.

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